Heute präsentieren wir Erleuchtende Unterhaltung auf
Persisch, und Englisch, mit Untertiteln in Arabisch, Aulacesisch
(Vietnamesisch), Chinesisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Indonesisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Malaiisch, Mongolisch, Persisch, Portugiesisch, Russisch, Thai und
Spanisch.
Willkommen, kostbare Zuschauer, zu Erleuchtende Unterhaltung.
Heute begegnen wir dem international gefeierten Tänzer, Choreographen und
Wissenschaftler Dr. Anthony Shay. Während seiner Karriere, die sich über ein
halbes Jahrhundert erstreckt, hat sich Dr. Anthony Shay auf Tänze aus
Osteuropa, den Mittleren Osten, Nordafrika und Asien spezialisiert und hat über
200 Choreographien geschaffen.
Dr. Shay erhielt zahlreiche Auszeichnungen für seine
Arbeit, u. a. auch Belobigungen des früheren US-Präsidenten Bill Clinton und
des Stadtrates von Los Angeles, USA, für die Vorzüglichkeit seiner Choreographien.
Im Jahr 1977 erhielt Dr. Shay einen Doktortitel in Geschichte des Tanzes der
Universität Kalifornien, Riverside, USA.
Derzeit ist er Assistenz-Professor für Tanz und
kulturelle Studien am Pomona College, Kalifornien.
Wir hatten die Ehre, Dr. Anthony Shay zu treffen und
er erzählte uns, wie er Kontakt bekam zu den Tänzen verschiedener Kulturen und
- ihm besonders nahe stehend - zur iranischen Kultur. Ich wurde hier in Los
Angeles geboren, in Los Angeles Mitte Süd. Es war ein ethnisch gemischtes
Gebiet. Es erschien mir, dass die armenischen Kinder, die griechischen Kinder und
alle Kinder an meiner Schule – dass sie alle farbenfrohe Musik, farbenfrohe
Tänze und farbenfrohes Essen hatten.
Schließlich erwarb der talentierte Dr. Shay am Los
Angeles City College einen Bachelor-Abschluss in internationalen Beziehungen und
Musik und mit dem Ziel, professioneller Flötist zu werden.
Als ich auf diese Schule ging, gab es über 1.000 ausländische
Schüler im so genannten Visa American Programm. Und hier hatte ich meine erste
Erfahrung mit den Tänzen und der Musik anderer Völker; und davon gab eine ganze
Menge! In meiner Klasse begegnete ich einem jungen Iraner. Er sagte: „Ich kann
kein Englisch sprechen. Ich habe Unterricht genommen. Kannst du mir helfen,
Englisch zu lernen?” Ich half ihm daher nach dem Unterricht. Und dann fing er
an, mir etwas Persisch. beizubringen Einer seiner Freunde kam eines Tages
vorbei und sagte: „Diese Sprache lernst du nie, viel zu schwer für Ausländer, jemals
Persisch zu lernen.” Da sagte ich: „Okay, ich lerne sie in sechs Monaten.” Und
das tat ich! Ich folgte ihnen überall hin und hatte es mir nach sechs Monaten
selbst beigebracht, weil ich zuhörte, was sie sagten und es in englischen Buchstaben
aufschrieb.
Die Cousine von Dr. Shays iranischem Freund war eine
versierte Tänzerin, die jemanden suchte, der mit ihr tanzte. Und so lernte Dr.
Shay iranischen Tanz kennen.
Ich fing an den Tanz zu lernen und seine Ästhetik war
zauberhaft für mich. Ich betrat eine Welt der Juwelen und Kristalle und alles
war Geometrie. Ich konnte es fühlen in der Art, wie man seine Arme, seine Hände
bewegte, ich konnte die Geometrie fühlen. Ich brachte mir Lesen und Schreiben
bei. Als ich das tat, konnte ich die Verbindung spüren zwischen dem Schreiben, das
ich gerade erlernte und dem Tanzen und den Bewegungen, die ich gleichzeitig lernte.
Ich engagierte mich sehr fürs Tanzen in diesen verschiedenen
Gruppen, die ich erlebte, denn in Los Angeles gab es diese ganzen verschiedenen
Gruppen.
Damals begab ich mich wirklich tief in die
iranische Kultur hinein; weil ich die Sprache erlernt hatte, las ich zu dem
Zeitpunkt ziemlich regelmäßig die Literatur. Jemand gab mir „Omar Khayyams Rubaiyat”;
das Erste, das ich ganz allein gelesen und verstanden habe - ich dachte, ich
sei gestorben und in den Himmel gekommen. Hier war ich also, engagierte mich
für den Tanz, der wirklich der sichtbare Ausdruck der iranischen Kunst im
Allgemeinen und ihrer geometrischen Basis ist. Und dann entdeckte ich natürlich
Tänze, die von jedem einzelnen Tänzer komponiert worden waren genau wie
Architekten Moscheen erschaffen unter Verwendung eines Tomar; und sie nehmen
diese Motive und kombinieren sie auf neue frische Weise. Und der iranische Tanz
und die Musik werden gelehrt durch kurze musikalische Phrasen in jeder Gushe und
der Poesie natürlich.
Als der iranische Botschafter zu Besuch nach
Minneapolis, USA kam, wurde Dr. Shay eingeladen als außerordentlicher
„iranischer Tänzer ehrenhalber“. Dann wurde er 1958 in den Iran eingeladen. Das
Ergebnis war, dass sie mich als Student der Universität Teheran nach Iran
einluden. Ich sagte: „Oh ja!“ Also fuhr ich nach Iran und betrat eine vollkommen
neue Welt. Ich erhielt eine sehr gute Ausbildung. Und ich begab mich dort hinein
in die Musik.
Dr. Shay studierte an der literaturwissenschaftlichen
Fakultät der Uni Teheran. In dieser Zeit begegnete er auch vielen Musikern, u.
a. dem legendären iranischen Musiker und Komponisten Ostad Gholam-Hossein
Banan.
Ich hatte vier Jahre lang seine Platten gehört und
ich war einfach hingerissen. Ich fragte ihn, ob er ein Tasnif singen könnte.
Das ist eine Musikform, die es in der klassischen und auch in der traditionellen
Musiktradition gibt; und es ist rhythmisch. Und bei der Teheraner Symphonie
konnte man auch vorspielen; ich spielte vor und sie nahmen mich. Ich war also
die Erste Flöte, der Hauptflötist, an der Teheraner Symphonie in den nächsten
zwei Spielzeiten. Ich traf also viele Musiker zu jener Zeit.
Als er sich im Iran aufhielt, hatte Dr. Anthony
Shay die Gelegenheit, Volkstanzdarbietungen aus verschiedenen Gebieten des
Irans aus erster Hand zu sehen.
Das war meine erste größere Erfahrung mit
Feldstudien - in der Lage zu sein hinauszugehen und die Leute zu bestimmten
Anlässen tanzen zu sehen: bei einer Hochzeit, beim Hinaustanzen der Nomadenstämme,
von den Qeshlagh bis zu den Yeylagh usw. Das hat mich sehr geprägt und ich
erkannte, dass sich irgendetwas in mir verändert hatte, dass ich die Tänze nicht
durch jemand anders erlernte, sondern sie tatsächlich erlebte und sie sah.
1960 nach seiner Rückkehr in die USA gründete Dr.
Shay seine erste Tanzgruppe, The Village Dancers.
Ich sagte, ich würde ihnen ein paar der Tänze
beibringen, die ich im Iran gelernt habe, um sie aufzuführen. Es ist eine sehr
improvisierte Tanzform; wenn man es also zu etwas Formelleren machen möchte,
sind alle Bewegungen vorhanden, man muss sie nur irgendwie zusammenstellen. Ich
fing an, Tänze aus dem Iran, aus Kroatien, aus Serbien usw. zu unterrichten.
The Village Dancers entwickelten sich zur AMAN International
Music and Dance Company, die gemeinsam von Dr. Shay und der versierten Tänzerin
Leona Wood geleitet wurde. 1977 gründete Dr Anthony Shay ein neues
Tanzensemble, das AVAZ International Dance Theater. AVAZ konzentrierte sich zunehmend
auf iranischen Tanz, in seiner breitesten historischen und kulturellen
Bedeutung. AVAZ wurde zu einer der ältesten iranischen Kulturorganisationen außerhalb
des Iran.
Wir fingen an mit Hunderten und dann Tausenden
Iranern, die vertriebenen worden war. Wir bereiteten also vollständig iranische
Programme vor, wo wir die verschiedenen iranischen Regionen abhandelten. Und
ich glaube, dass wir auf vielerlei Weise ein Art Rettungsanker für sie waren, an
den sie sich kulturell klammern konnten. während sie versuchten, mit der sehr
neuen Umwelt zurechtzukommen.
Tony ist erstaunlich. Ich denke, jeder der
persische Fernsehsendungen sieht, kennt Tony Shay. Er weiß viel über die iranische
Geschichte, die iranische Literatur, und er weiß viel über alles, was den Iran
betrifft. Darum rufe ich ihn manchmal an…ich würde ihm die
Ehrenstaatsbürgerschaft geben.
Er ist wirklich eine Autorität. Er widmete dem
sein Leben und lernte. Ich weiß, er hat eine Menge aufregenden Sendungen für
die iranische Gemeinde und auch für die Menschen von Aserbaidschan und Zentralasien
und die arabische Gemeinschaft gemacht. Bei all diesen Ereignissen hat er,
denke ich, Spaß gehabt an dem, was er tat. Und das war meiner Meinung nach das
Einzige, was ihn angetrieben hat.
Ich denke, dass die iranische Gemeinde Anthony
Shay einiges schuldig ist für das, was er tut.
1992, mit 57 Jahren, begann Dr. Shay ein Studium
zur Erlangung eines Doktortitels an der Universität Kalifornien Riverside in
Tanzgeschichte und Tanztheorie. Seine Doktorarbeit wurde später als Buch veröffentlicht
unter dem Titel „Choreophobia: Solo Improvised Dance in the Iranian World”.
Seither hat Dr. Shay viele Bücher über den Tanz geschrieben, u. a. auch „Choreographic
Politics” and “Dancing across Borders.”
Das Tanzen kann fast so etwas wie eine Eintrittskarte
sein. Für mich ist eine Eintrittskarte das Erlernen der Sprache, der Musik, der
Poesie. Das macht den Iran zu dem, was er ist: eine wundervolle sehr alte
Zivilisation, die von der von der Hakhamaneshi-Periode
über die Sasaniden-Periode bis zur islamischen Periode geschaffen wurde. geschaffen wurde. Und die Iraner von
heute sind die Erben dieses Generationen alten Vermächtnisses der Kreativität
in der Sprache, der Kunst und der Musik.
Ich kann mir die Freude nicht versagen, die
Hafez-Poesie zu lesen. Es treibt mir gerade Tränen in die Augen, weil ich
denke: „Wie schön sind doch seine Gedichte.“ Glücklicherweise habe ich durch
das Tanzen eine Pforte gefunden; ich warf einen kurzen Blick hinein und betrat
eine neue Welt, was mich überglücklich machte.
Durch all die Tänze, die Sie aufgeführt haben, haben
Sie den Menschen anderer Länder einen Aspekt der iranischen Kultur präsentiert.
Das war für mich so, als würde ich etwas
zurückgeben, das ich schuldete. Ich konnte diese Tänze auf der Bühne kreieren,
nachdem die Iraner mich mit so viel Gastfreundschaft überschüttet hatten, als
ich im Iran war. Auch diejenigen, die hierher kamen und Hilfe brauchten, weil
sie ihre Kultur in einem neuen Land verloren hatten. Zu jener Zeit konnte ich ihnen
durch diese Tänze etwas von dem zurückzahlen, was ich ihnen schuldete, wegen
all der Schönheit, die sie mir zum Geschenk gemacht haben.
Wenn Sie unseren Zuschauern über einen guten
Aspekt, eine gute Erfahrung mit dem Iran, berichten wollten, was wäre das?
In allem haben die Iraner eine gemeinsame Charakteristik,
das ist ihre Gastfreundschaft. Und das habe ich von ihnen gelernt. Wenn die
Leute hierher kommen, biete ich ihnen Tee an. Ich habe Tarof gelernt (persische
Benimmregeln). Was das betrifft: Die Iraner kennen die Kunst der
Gastfreundschaft besser als irgendjemand in der Welt.
Möchten sie den Iranern oder persisch sprechenden Zuschauern
etwas sagen?
Ich möchte Ihnen allen danken, geschätzte
iranische Zuschauer, für all die künstlerischen Geschenke, die Sie mir gegeben
haben, und ich wünsche Ihnen allen eine strahlende Zukunft. Danke.
Wir danken Ihnen, Dr. Anthony Shay, aufrichtig für
Ihr Engagement, mit dem Sie die Schönheit des iranischen Tanzes und der iranischen
Kultur mit der Welt teilen. Wir wünschen Ihnen die allerbeste Gesundheit, mögen
Ihre künstlerischen akademischen Beiträge weiterhin dazu beitragen, Brücken zu
schlagen und unser Verständnis von anderen Kulturen zu bereichern.
Danke, reizende Zuschauer, fürs Zuschauen heute
bei Erleuchtende Unterhaltung. Bitte bleiben Sie bei Supreme Master Television und
sehen Sie Worte
der Weisheit, nach
Bemerkenswerte Nachrichten. Mögen Sie gesegnet sein mit göttlichem Licht und
göttlicher Liebe.